Setz dich für diesen Spaziergang bequem hin, so dass du entspannt atmen kannst. Die Füße sollten Kontakt zum Boden haben. Lass den Atem bis in den Beckenraum strömen. Mach noch einen tiefen Entspannungsseufzer und dann lass dich weit davontragen.


Es ist ein früher Morgen. Du stehst an einem Waldrand und schaust über eine weite Heidelandschaft. Nebel hängt noch über dem Land. Vereinzelt lösen sich Nebelschwaden auf und lassen eine Aussicht auf den erhofften blauen Himmel zu.Am Horizont erheben sich geisterhaft die Umrisse vereinzelter Bäume.
Du atmest die frische feuchte Luft ein und deine Augen versuchen den Nebel zu durchdringen mit der Hoffnung auf den Durchbruch der wärmenden Sonne.Aber die rosaroten Töne des Heidekraut zu meinen Füßen erwärmen dich. Du riechst feuchte Erde, vielleicht auch die ersten Pilze?Auf gelben Sand läufst du über Heidelandschaft.

Staunen erfüllt dich. Welche herrlichen farbigen Pflanzen, rosa, rot bis violett, dieser karge, sandige Boden hervorbringt.Spinnen haben zwischen den kleinen roten Zweigen Netze gespannt. Sie hängen wie kleine weiße Matten in den rosa Blüten und erzittern leicht im Wind. Tautropfen funkeln im Morgenlicht. Der Nebel verzieht sich immer mehr und öffnet dir den Blick auf die weite, rosa Landschaft. Leuchtend frische Blüten, fast violett sprießen aus saftigem Grün. Daneben stehen noch die alten Blüten vom letzten Jahr in rosa braun und warten auf ihre frische neue Farbe. Dazwischen immer wieder gelbe, sich im Wind wiegende Gräser.

Kleine Kiefern versuchen ihren Platz zu behaupten und bereiten weit ihre blau grünen Zweige aus. Du entdeckst ein wunderschönes Spinnennetz, das von Pflanze zu Pflanze kunstvoll geknüpft ist. Die durch den Nebel brechende Sonne lässt die Tautropfen im Netz wie kleine Diamanten auffunkeln.

Immer mehr vertreibt die Sonne den Nebel und das Sonnenlicht lässt die Heide aufleuchten. Es lenkt die Sinne auf das Leben im kleineren Umkreis, im niedrigen Bewuchs. Ein Land zum langsamen Wandern, zum Entdecken der kleinen Dinge.Du ziehst deine Jacke aus, breitest sie aus, und lässt dich zwischen rosa Heidekraut auf weichem Moos nieder. Du atmest die klare Luft in der warmen Sonne ein, genießt die Stille um dich herum und spürst einen sanften Frieden in deinem Inneren. In dieser Stille findest du Klarheit, in dir öffnet sich eine wohltuende Weite.

Dein Blick geht zum Himmel. Letzte dünne graue Nebel ziehen von dannen. Der Himmel über dir ist tiefblau. Das Blau wird zum Horizont hin immer lichter, erscheint in der Ferne in einem hellen Türkis. Kleine weiße Wolken fangen den Sonnenschein ein und erstrahlen in einem goldenen Schein.

Mit tiefen Atemzügen nimmst du die herrlichen Farben des Himmels und der Landschaft in dich auf, und mit jedem Atemzug versuchst du die warmen Farben aufzutanken für eine kalte Winterzeit.Du erhebst dich wieder und entdeckst in der Ferne Schafe, die ruhig ihren Weg ziehen. Dann machst du dich zwischen grünen, zarten Ginsterbüschen auf den Rückweg. Du genießt noch einmal die warme Sonne, tauchst ein in den schattigen Wald und kommst ganz langsam in die Wirklichkeit zurück.

Diesen Spaziergang kannst du in der Kyritz-Ruppiner Heide noch einmal erleben. Viel Freude!